Praxis
EU AI Act für KMU in Österreich: die ersten fünf Schritte
15. Juni 20266 Min. LesezeitAlexander Baier
Die meisten österreichischen KMU setzen bereits KI ein — oft ohne es formell zu wissen. Der Weg zur Konformität ist überschaubar, wenn man ihn strukturiert geht.
Schritt 1: KI-Inventar
Erfassen Sie jedes Tool mit KI-Funktion: Chatbots, Textassistenten, Bilderzeugung, Bewerbungs-Screening, Prognosen im ERP, Kamerasysteme. Notieren Sie Zweck, verantwortliche Person, verarbeitete Daten und Anbieter.
Schritt 2: Einstufung je Anwendungsfall
Prüfen Sie pro Einsatzzweck, ob eine verbotene Praktik, ein Hochrisiko-Fall nach Anhang III, eine Transparenzpflicht oder minimales Risiko vorliegt.
Schritt 3: Interne KI-Richtlinie
- Welche Tools sind freigegeben, welche verboten?
- Welche Daten dürfen nie eingegeben werden (Kundendaten, Gesundheitsdaten, Geschäftsgeheimnisse)?
- Wer prüft KI-Ergebnisse vor der Verwendung?
- Wie werden KI-generierte Inhalte gekennzeichnet?
Schritt 4: Schulung mit Nachweis
Eine kurze, rollengerechte Schulung mit Teilnehmerliste erfüllt Art. 4 deutlich besser als ein umfangreiches Konzept, das niemand gelesen hat.
Schritt 5: Nachweise ablegen
Legen Sie Inventar, Einstufung, Richtlinie und Schulungsnachweise an einem definierten Ort ab und setzen Sie sich einen jährlichen Überprüfungstermin. Damit ist der Kern der Sorgfaltspflicht abgedeckt.
„Geprüft statt behauptet: Compliance entsteht nicht durch gute Absichten, sondern durch Dokumente, die man vorlegen kann.“
Erstgespräch
Sie wollen wissen, wo Ihr Unternehmen steht? Im kostenlosen Erstgespräch ordnen wir Ihre KI-Anwendungen ein und legen die nächsten Schritte fest.
Termin anfragen